Dankbarkeit - der Schlüssel zu Allahs Zufriedenheit
Sind wir nicht alle von der Zufriedenheit Allahs abhängig? Doch, wie erlangen wir sie, wann ist Allah mit uns zufrieden? Was bedarf es, um Ihn zufrieden zu stellen? Ein waches Herz und ein waches Auge! Wenn du Allah in deinem Herzen trägst und Ihm ständig für all Seine Gnaden und Geschenke an dich dankst, dann erlangst du, so Gott will, Seine Zufriedenheit.
Anas (r) überliefert, dass der Prophet Muhammad (s) sinngemäß sagte: „Allah ist ja wohlzufrieden mit dem Knecht, der isst oder trinkt und Ihn dafür preist.“ (zu lesen im Hadith-Buch von Muslim).
Sollte es für einen Muslim nicht selbstverständlich sein vor und nach dem essen und trinken „bismillah“ (mit dem Namen Allahs) und "alhamdulillah" (gepriesen sein Allah) zu sagen? Durch diese einfache Handlung zeigst du, dass du Allah in deinem Herzen trägst, an Ihn denkst, dass du dir Seiner Wohltaten an dich bewusst bist, und dass du Ihm dafür dankst, denn ohne Essen und Trinken kannst du nicht leben, so lebe nicht, ohne Allah zu danken.
Vielleicht denkst du: Warum soll ich Allah für Essen und Trinken preisen? Preise Ihn dafür, da Er es dir leicht gemacht hat, dieses Essen und Trinken zu bekommen; kein anderer kann dich versorgen. Im Koran steht: „Und habt ihr gesehen, was ihr beackert? Ihr seid es, die besäen oder Wir sind die Besäenden?“ (56:63-64) Und im Koran steht: „Und habt ihr gesehen, das Wasser, das ihr trinkt? Ihr seid es, die es herab senden aus den Regenwolken, oder Wir sind die Heransendenden? Wenn Wir wollten, machen wir es brennend bitter, also warum dankt ihr nicht?“ (56:68-70)
Mu’adh Ibn Anas, Allahs Wohlgefallen auf Ihm, überlieferte, dass Allahs Gesandter Muhammad (s) sinngemäß sagte: „Wer isst und dann sagt: ‚Preis sei Allah, der mir dies zur Nahrung gab und mich damit versorgte, ohne meine Macht oder Kraft‘, dem wird vergeben, was von seinen Sünden vorausgegangen ist.“ (zu lesen in den Hadith-Büchern von Abu Dawud, ibn Madscha, Ahmad, Tirmidhi und weitere).
Ein bekanntes Bittgebet für nach dem Essen, das vom Propheten (s) überliefert wird, lautet: „Alhamdulillah alladhi at’amana wa saqaana wa dscha’alna minal-Muslimin. – Preis sei Allah der uns Speise und Trank gab und uns zu Muslimen gemacht hat.“ (zu lesen in den Hadith-Büchern von Abu Dawud und Tirmidhi).
Speise und Trank sind nur eine von unzählbaren Gnaden und Geschenken, die Allah uns in jedem Augenblick unseres Lebens macht. Allah sagt sinngemäß im Koran: „… und wenn ihr die Gnaden Allahs aufzählen wolltet, ihr könntet es nicht [...].“ (14:34)
Überleg doch mal, was Allah dir noch alles geschenkt hat. Hast du mal an deine Leber gedacht? Was würdest du ohne sie machen? Dein Körper würde vergiftet werden. Und wer gab sie dir? Und hast du mal deine Hand auf dein Herz gelegt? Morgens, mittags, abends? Stehend, laufend, rennend, liegend und in jeder Lebenslage? Es schlägt immer, ohne deine Kraft. Kann ein Auto immer laufen oder ein Motor? Kann irgendetwas immer in Betrieb sein, ohne zu ermüden? Stell dir mal vor, Allah hätte dein Herz so geschaffen, dass du es manuell bedienen müsstest: Du musst fünf Mal in der Minute oder in der Stunde einen Hebel bewegen, damit es schlägt. Oder vielleicht sogar mit jedem Herzschlag? Oder stell dir vor, du müsstest immer aktiv und bewusst einen bestimmten Muskel anspannen, damit dein Herz schlägt. Oder stell dir vor, du müsstest ständig irgendeinen Knopf drücken, damit dein Herz sich bewegt. Wie lange würdest du das aushalten?
Allah aber hält dein Herz in Bewegung, jeden Moment deines Lebens, ohne Unterbrechung, ohne Ermüdung. Dein Herz, das Herz deines Ehepartners und deiner Kinder, deiner Eltern, deiner Freunde und aller Menschen. Und Allah wird nicht müde, subhanallah. Denken wir eigentlich darüber nach, hast du Allah dafür gedankt? Weißt du eigentlich, wie reich du bist?
Erkenne die Gaden Allahs als solche und denke darüber nach, um Ihm dankbar sein zu können! Allah sagt im Koran: „Ihr, die Menschen, erinnert euch an die Wohltat Allahs euch gegenüber. Gibt es einen Schöpfer, einen anderen als Allah, der euch ernährt vom Himmel und der Erde? Es gibt keinen Gott außer Ihm, also wie seid ihr getrogen?“ (35:3)
Im nächsten dann Schritt wirst du in der Lage sein die Rechte Allahs dir gegenüber zu erkennen. Allah gibt dir, was erwartet Er dafür von dir? Dass du dankbar bist, dass du Gutes tust, dass du von dem gibst und spendest, mit dem Allah dich versorgt: Geld, Zeit, Kraft, Intelligenz, Wissen… all dies sind Spenden.
Ein Mensch klagte einmal über seinen knappen Lebensunterhalt. Da fragte ihn ein weiser Gelehrter: „Verkaufst du mir dein Augenlicht für hunderttausend?“ Der Mensch antwortete: „Nein!“ Da fragte ihn der weise Mann weiter: „Verkaufst du mir dein Gehör für hunderttausend?“ Der Mensch antwortete wieder: „Nein!“ Daraufhin sagte der weise Gelehrte zu ihm: „Du bist reich an dem, was man nicht mit Geld kaufen kann.“


