Stellungnahme zum Attentat in Christchurch

Stellungnahme zum Attentat in Christchurch

Die Nachricht aus Christchurch/Neuseeland hat uns alle betroffen gemacht. Viele Menschen wurden bei diesem Terrorakt getötet oder verwundet. Unsere Gedanken und Gebete sind mit allen Betroffenen, den Getöteten, den Verwundeten und deren Angehörigen. Möge Allah den Getöteten einen schönen Heimgang gewĂ€hren. Möge Allah den Verwundeten ihre Schmerzen lindern und sie bald genesen lassen. Möge Allah den Hinterbliebenen Geduld und Zuversicht schenken, damit sie den Schrecken dieses Tages und den Verlust ihrer Lieben ĂŒberwinden können.

Es ist wohl unsere PrĂŒfung von Allah, dass wir in einer Zeit leben, in der wir Menschen durch Ausgrenzung und Feindseligkeit solche Extremisten hervorbringen, die in ihrem Hass und ihrer Verblendung zu solchen Taten fĂ€hig sind. Dies gilt fĂŒr alle Seiten und jeder Art von gewaltbereitem Fanatismus.
Wir alle sind fĂŒr diesen Zustand mitverantwortlich. Solange wir Gewalt mit Gewalt beantworten, dreht sich diese Spirale bis ins Unendliche. Die Profiteure dieses Zustandes sind diejenigen, die uns Menschen aus machtpolitischen, wirtschaftlichen, religiösen oder kulturellen GrĂŒnden gegeneinander aufhetzen.
Kapitalismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Zionismus, Antisemitismus und Rassismus sind die Fahnen, die gegeneinander ins Feld getragen werden.
Doch sind wir nicht alle nur Menschen, die sich wĂŒnschen in Frieden und Gerechtigkeit zu leben. Lieben nicht alle Menschen ihre Kinder und wollen fĂŒr sie eine sichere Zukunft?

Leider haben es die Verantwortlichen an den politischen Stellen der Macht weltweit nicht verstanden und es nicht geschafft fĂŒr Gerechtigkeit zu sorgen. Sie verhindern es nicht, dass Menschen unterdrĂŒckt und ausgebeutet werden, dass es Ungleichbehandlung und Armut unter uns gibt, dass viele keinen Zugang zu Bildung haben.
Stattdessen werden Menschen und LĂ€nder mit Krieg ĂŒberzogen aus machtpolitischen und wirtschaftlichen GrĂŒnden.
Solange Menschen gezwungen sind in LebensumstĂ€nden zu leben die menschenunwĂŒrdig sind, es Menschen gibt die ungerecht behandelt werden, solange wird es Terror und Gewalt geben.
Denn diese Menschen sind anfĂ€llig fĂŒr extremes Gedankengut. Und wenn Faktoren wie Ausweglosigkeit oder geschĂŒrter Hass hinzu kommen, dann geschehen Taten wie jene in Christchurch.
Keine Religion ist von ihrer Grundaussage gewalttĂ€tig, auch der Islam ist es nicht und der Islam ist auch nicht der Grund, dass auf der Welt Ungerechtigkeit herrscht. Es ist daher einfach falsch und gefĂ€hrlich, vor dem Islam zu warnen und Angst zu schĂŒren, sodass ein islamophobes Gedankengut verbreitet wird und Fanatikern wie jenen in Christchurch Argumente zu liefern, um ihre Tat zumindest fĂŒr sich zu rechtfertigen und auch durchzufĂŒhren.
Erneut sind also Unschuldige um ihr Leben gekommen, weil wir und unsere politisch Verantwortlichen versagt haben. Wenn wir eine friedvolle Zukunft gestalten wollen, dann ist es an der Zeit den Hetzern und Spaltern der Gesellschaft entgegen zu wirken; den Konfliktparteien in der Welt keine Waffen mehr zu liefern, das Vermögen gerecht zu verteilen und allen Menschen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.
Mögen wir Menschen endlich begreifen, dass wir mit der gleichen Kraft, die wir verwenden um uns zu bekĂ€mpfen und unsere Welt an den Abgrund zu fĂŒhren, dass wir mit der gleichen Kraft und mit dem rechten Willen ein friedliches Zusammenleben erreichen können, in dem wir fĂŒr Gerechtigkeit sorgen, die Menschenrechte achten und den NĂ€chsten mit GĂŒte behandeln.

In Trauer um die Getöteten.

Ű§Ù†Ű§ لله و Ű§Ù†Ű§ Ű§Ù„ÙŠÙ‡ ۱ۧۏŰčون

Abdulqadir Schabel

Haus des Islam